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Störungsanalyse in Bauunternehmen

Abschlussbericht

Donnerstag, 4. Juni 2009

Der Abschlussbericht zum Projekt:

„Weiterentwicklung des bereits existierenden EDV-gestützten Verfahrens zur Störung von Bauprojekten hinsichtlich eines integrierten Störungsmanagement in Bauunternehmen“

kurz: “Störungsmanagement in Bauunternehmen”

ist fertiggestellt und kann hier bestellt werden.

Bericht - Symposium Februar 2009

Mittwoch, 25. März 2009

Symposium und Workshop
„Qualitätsoffensive Bauwirtschaft“

am 19. und 20.02.2009 an der Fachhochschule Erfurt
in Kooperation mit dem Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.

Das Symposium „Qualitätsoffensive Bauwirtschaft“ wurde durch die Fachrichtung Bauingenieurwesen der Fachhochschule Erfurt gemeinsam mit dem Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V. organisiert. Insofern richteten sich die Themen in erster Linie an Führungskräfte in Bauunternehmen. Dass in den Bauunternehmen ein hohes Potenzial für Produkt- und Prozessinnovationen vorhanden ist, ist offenkundig. Dieses zu erschließen bzw. Anregungen hierzu zu geben, war Ziel der zweitägigen Veranstaltung in Erfurt.

Übersicht der Beiträge als PDF (700kB)

Hinweis: der komplette Tagungsband kann gegen einen Unkostenbeitrag in Höhe von 30,00 EUR zzgl. Versandkosten unter haenes [at] fh-erfurt.de bestellt werden.

Download des Berichtes als PDF (660kB)

Inhalt:

Kurzbericht Symposium

Grußworte

In seinen Grußworten brachte der Präsident der Fachhochschule Erfurt, Herr Prof. Dr.-Ing. Heinrich Kill seine Freude zum Ausdruck, dass mit dem Symposium an der Fachhochschule Erfurt, University of Applied Sciences, der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis in einer besonderen Weise gefördert werde. Er bedankte sich bei Prof. Dr.-Ing. Helmut Haenes und Frau Dipl.-Ing. (FH) Cornelia Carl, die mit ihrem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF geförderten Forschungsprojektes (FH³-Programm) den Grundstein für die Veranstaltung gelegt hatten.

Prof. Dr.-Ing. Heinrich Kill
Prof. Dr.-Ing. Heinrich Kill

Der Dekan der Fakultät Bauingenieurwesen und Konservierung/Restaurierung, Herr Prof. Dr.-Ing. Ulrich Neuhof erläuterte den teilnehmenden Bauunternehmern das neue Ausbildungskonzept für Bauingenieure an der Fachhochschule Erfurt. Die traditionelle Diplomingenieurausbildung, die die Fachrichtung Bauingenieurwesen noch bis zum Wintersemester 2008/09 angeboten hat, wird endgültig von der bereits vor mehr als 5 Jahren begonnen Bachelor- und Masterausbildung abgelöst. Im Rahmen der gerade laufenden Reakkreditierung der Studiengänge wird künftig statt einem 6-semestrigen nun ein 7-semestriger Bachelor in der Fachrichtung Bauingenieurwesen ausgebildet. Hiermit werde den Erfahrungen der vergangenen Jahre aber auch den Forderungen der Praxis, einen berufsfähigen Bauingenieur auszubilden, entsprochen.

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Neuhof
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Neuhof

Der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Herr Rechtsanwalt Eckart Drosse betonte in seinen Grußworten die schon traditionelle Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Bauingenieurwesen. Durch den Einsatz von Lehrbeauftragten für das Fach Bauvertragswesen und Praktikern im Rahmen der Vortragsreihe „Schlüsselfertiges Bauen“ werde die Qualität und die Praxisorientierung der Ausbildung junger Bauingenieure durch den Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V. bzw. seine Mitgliedsbetriebe tatkräftig unterstützt. Als Besonderheit hob er den jährlich ausgelobten Förderpreis des Bildungswerkes BAU Hessen-Thüringen e.V. hervor. Seit nunmehr über 10 Jahren werden hervorragende Abschlussarbeiten der Fachrichtung Bauingenieurwesen der Fachhochschule Erfurt mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet.

Rechtsanwalt Eckart Drosse
Rechtsanwalt Eckart Drosse

I. Aktuelle Entwicklungen und Initiativen

Präqualifikation
Ein Weg vom Preis- zum Qualitätswettbewerb

Den ersten Fachvortrag mit dem Thema „Präqualifikation – Ein Weg vom Preis- zum Qualitätswettbewerb“ hielt Herr Rechtsanwalt Eckart Drosse. Herr Drosse ist Leiter des Kompetenzzentrum Qualität, Präqualifikation, Management und Güteschutzsysteme im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Herr Drosse erläuterte, dass es sich bei der Präqualifikation um ein Verfahren zur Eignungsprüfung von Bauunternehmen im Vorfeld konkreter Auftragsvergaben handele. Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen VOB Ausgabe 2006 sehe erstmals die Präqualifikation im § 8 VOB/A als Nachweis der Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Teilnehmer am Wettbewerb vor. Insofern könne die Präqualifikation die Eignungsprüfung im Einzelfall ersetzen.

Herr Drosse erläuterte anschließend die Kriterien, anhand derer die Eignung der Bauunternehmen geprüft werde. Im Einzelnen sind dies:

  • Rechtliche Zuverlässigkeit
  • Wirtschaftliche Stabilität
  • Technische Kompetenz

Die präqualifizierten Bauunternehmen werden im sog. Präqualifikationsverzeichnis (PQ-Liste) des Vereins für die Präqualifikation von Bauunternehmen e.V. geführt. Die Präqualifikation selbst werde u. a. von der DQB Deutsche Gesellschaft für Qualifizierung und Bewertung mbH (www.dqb.de) durchgeführt.

In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere die Durchgängigkeit des Präqualifikationsverfahrens diskutiert, denn auch alle Nachunternehmer müssen präqualifiziert sein oder ihre Eignung mit Einzelnachweis belegen. Im Hinblick auf die Referenzen sieht Herr Drosse die Möglichkeit, auch positive Auskünfte über Nachunternehmer durch den Generalunternehmer selbst zu werten. Abschließend erläuterte Herr Drosse, dass seit dem 01.10.2008 bei Vergaben des Bundeshochbaus im Zuge beschränkter Ausschreibungen und freihändigen Vergaben nur Unternehmen zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert werden, die ihre Eignung durch eine Eintragung in die PQ-Liste nachgewiesen haben. Dies solle insbesondere auch für die Vergabe von Bauleistungen im Zuge des Konjukturprogramms II der Bundesregierung gelten.

Initiative Neue Qualität des Bauens
INQUA-Bauen

In dem zweiten Vortrag stellte Herr Oleg Cernavin die „Initiative Neue Qualität des Bauens- INQUA-Bauen“ vor. Herr Cernavin ist Geschäftsführer der BC GmbH Forschungs- und Beratungsgesellschaft und in die Konzepterstellung und Umsetzung der Instrumente und Netzwerke von INQUA-Bauen eingebunden.
Herr Cernavin erläuterte, dass INQUA-Bauen, ähnlich dem Präqualifikationsverfahren bereits in der Bauwirtschaft etabliert sei. Seit der Gründung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Jahre 2004 arbeiten rund 100 Organisationen und Institutionen an der Verbesserung der Arbeitsqualität am Bau. Ziel sei es, die Qualität, Innovation und Wirtschaftlichkeit des Bauens zu fördern. Hierzu seien für die einzelnen Partner beim Bauen Instrumente entwickelt worden. Dies sind:

  • CASA-bauen für Bauunternehmen
  • Check-bauen für Bauherren
  • KOMKO-bauen für Kommunikation und Kooperation

In seinem weiteren Vortrag erläuterte Herr Cernavin das Instrument CASA-bauen. Es ermögliche Bauunternehmen, ihre Arbeitsabläufe systematisch zu analysieren, Risiken zu kalkulieren und die Prozesse erfolgreich zu gestalten. Das Instrument helfe, Schwachstellen im Bauablauf zu finden, Verbesserungen in den Arbeitsabläufen einzuleiten und die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. CASA-bauen sei keine Konkurrenz zu bestehenden Qualitätssiegeln sondern sei vielmehr ein „niederschwelliges“ Instrument, welches gerade zu diesen hinführe.

Als neues Instrument stellte Herr Cernavin eine Plattform qualitätsorientierter Bauunternehmen im Internet vor www.gute-bauunternehmen.de. In diese Plattform würden Bauunternehmen aufgenommen, die die Selbstbewertung mit CASA-bauen vorgenommen haben. Darüber hinaus würden insbesondere auch die im jeweiligen Unternehmen vorhanden Qualitätssiegel verzeichnet. Schließlich sei auch die Bewertung durch Bauherren nach gemeinsamen Kriterien und Verfahren vorgesehen. Herr Cernavin kündigte an, dass die Qualitäsplattform ab ca. April 2009 freigegeben werde. Auch das neue Instrument ziele vor allem auf kleine und mittelständische Bauunternehmen.

Abschließend erläuterte Herr Cernavin, dass unter dem Dach von INQUA-bauen auch regionale Netzwerke in verschiedenen Bundesländern entstünden, die durch gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen in der Region für eine Unterstützung und Image-Verbesserung der Bauwirtschaft sorgen würden.

Da es in Thüringen ein derartiges Netzwerk noch nicht gäbe, rief Herr Cernavin die Teilnehmer des Symposiums zu einer entsprechenden Initiative auf!

In der anschließenden Diskussion wurde ein Vergleich mit dem o. g. Präqualifikationsverfahren gezogen. Was die PQ-Liste für den Öffentlichen Bauherren sei, könne zukünftig die Qualitätsplattform www.gute-bauunternehmen.de für den privaten Bauherren darstellen.

Oleg Cernavin
Oleg Cernavin

Baugewährleistungsversicherung
Ein Instrument zur Steigerung der Qualität am Bau

In dem dritten Vortrag stellte Herr Dipl.-Ing. Roland Heese ein neues Produkt der VHV Allgemeine Versicherung AG, die Baugewährleistungsversicherung, vor. Herr Heese ist Direktionsbeauftragter im VHV Verbands- und Kooperationsmanagement Bau. Zunächst ging er aber nochmals auf den Vortrag von Herr Drosse zur Präqualifikation von Bauunternehmen ein (s. o.). Die VHV-Versicherung als größter Bauversicherung in Deutschland stelle Testate zur wirtschaftlichen Stabilität aus und helfe so den Bauunternehmen eines der drei Hauptkriterien zur Präqualifikation zu erfüllen (PQ+).

Herr Heese erläuterte anschließend, dass Gegenstand der Baugewährleistungs-Versicherung Mängel seien, die erstmalig nach der Abnahme der Bauleistung auftreten. Die Versicherung erstatte die dabei entstehenden Nachbesserungskosten. Die Baugewährleistungs-Versicherung könne außerdem die Gewährleistungsbürgschaft ersetzen und so die Belastung der Kreditlinie reduzieren und somit die Liquidität der Unternehmen verbessern helfen.

Jedes Bauvorhaben werde im Rahmen der Baugewährleistungs-Versicherung von der Planung bis zur Abnahme gutachterlich durch eine Sachverständigenorganisation begleitet. Dies führe zwangsläufig zur Verbesserung der Bauqualität, schloss Herr Heese seinen Vortrag.

An diesem Punkt setzte dann auch die anschließende Diskussion ein. Die Teilnehmer wollten insbesondere nähere Informationen über die Aufgaben und die rechtliche Stellung des baubegleitenden Gutachters wissen.
Auf Nachfrage bezifferte Herr Heese auch die Versicherungsprämie mit ca. 2 % der Auftragssumme. Über ein Bonussystem, welches Prämien bei nicht Inanspruchnahme der Leistung rückerstatte, denke man zurzeit bei der VHV-Versicherung nach.

Dipl.-Ing. Roland Heese
Dipl.-Ing. Roland Heese

Leitbild Bau – Die Zukunft des Bauens und Planens in Deutschland

In dem vierten Vortrag stellte Herr Ministerialdirektor Michael Halstenberg den Stand zur Entwicklung eines Leitbildes Bau vor. Herr Halstenberg ist Leiter der Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Bevor überhaupt ein Leitbild formuliert werden kann, bedarf es einer Analyse der Branche und deren derzeitigen Situation. Dies tat auch Herr Halstenberg, indem er die Bedeutung des Bauens und der Bauwirtschaft als oft unterschätzt darstellte. Immerhin stelle die Bauwirtschaft im Jahre 2008 ca. 2,2 Mio. Arbeitsplätze zur Verfügung. Die intensive Verflechtung mit vor- und nachgelagerten Branchen kennzeichne schließlich die Bauwirtschaft als Schlüsselbranche. Insofern verspreche sich die Bundesregierung auch im Rahmen ihrer Konjunkturprogramme I und II eine nachhaltige Wirkung für die gesamte Volkswirtschaft, indem sie insbesondere Maßnahmen für die Bauwirtschaft fördere.
Unabhängig davon, müsse sich die Bauwirtschaft aber auch selbst den strategischen Herausforderungen stellen. Herr Halstenberg bescheinigte in diesem Zusammenhang der Branche ein hohes Potenzial für Produkt- und Prozessinnovationen. Als konkrete Vorschläge nannte er u. a. Spezialisierungen, Ausweitung des baubegleitenden Dienstleistungsangebotes, Stärkung des Qualitätswettbewerbes und Verbesserung der Zusammenarbeit der am Bau Beteiligten. Der insbesondere durch die PPP-Projekte in den Fokus geratene Lebenszyklusansatz dürfe nicht auf derartige Projekte beschränkt bleiben. Die Gesamtwirtschaftlichkeit von Bauprojekten müsse zukünftig insgesamt stärker im Vordergrund stehen.

Schließlich ging Herr Halstenberg auf das Leitbild Bau ein, indem er zunächst aus dem Koalitionsvertrag zitierte, in dem ein „Leitbild Bau“ als Gesamtrahmen für eine moderne Baupolitik zur Sicherung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen festgeschrieben wurde. Allerdings, betonte Herr Halstenberg, sei die Entwicklung eines Branchenleitbildes Kernaufgabe der Branche selbst. Die Bundesregierung könne nur in Form von Fördermitteln und Moderation helfen. Hier hätten in der Vergangenheit verschiedene Workshops zu insgesamt sieben Themenfelder stattgefunden, wie z.B.:

  • Zusammenarbeit in der Branche
  • Qualifikation der Beschäftigten
  • Innovation in der Wertschöpfungskette Bau
  • Qualität und Lebenszyklus von Bauten usw.

Die eigentliche Arbeitsphase werde im Frühjahr 2009 abgeschlossen. Die Präsentation und Vorstellung des Leitbildes Bau werde am 24.03.2009 durch Bundesminister Tiefensee und 11 Verbandspräsidenten erfolgen (www.bmvbs.de).

In der anschließenden Aussprache bedankten sich zunächst die Teilnehmer für die „Wiederentdeckung“ der Bauwirtschaft als Schlüsselbranche. Herr Halstenberg warnte aber davor, sich jetzt zurücklehnen zu wollen. Jeder müsse sich den Herausforderungen des Strukturwandels stellen. Hierbei helfe sicher auch das Leitbild Bau, welches Impulse für die Produktivitäts- und Qualitätssteigerung der gesamten Wertschöpfungskette Bau geben wolle, aber auch das Image der gesamten Branche positiv verstärken helfe. Ein positives Image sei auch erforderlich, um in der Zukunft qualifizierte Mitarbeiter bzw. den Wettbewerb um die „klugen Köpfe“ gewinnen zu können.

Ministerialdirektor Michael Halstenberg
Ministerialdirektor Michael Halstenberg

II. Aktuelle Forschungsprojekte

Fehler als Lerngelegenheit wahrnehmen und zur
Verbesserung der Arbeit nutzen

In seinem Fachvortrag stellte Herr Dipl. Päd. Martin Gartmeier die Kerninhalte eines durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG geförderten Forschungsprojektes „Workplace Learning“ des Instituts für Pädagogik der Universität Regensburg vor. Im Rahmen dieses Projektes werde u. a. die Wirksamkeit des Lernens aus Fehlern untersucht. Herr Gartmeier hob hervor, dass durch Fehler erworbenes Erfahrungswissen (negatives Wissen) wertvoll sei, um Fehler zu antizipieren und entsprechend vorausschauend zu handeln. Insofern habe das Lernen aus Fehlern erhebliche Auswirkungen auf die Profitabilität von Unternehmen. Voraussetzung hierfür seien aber günstige Rahmenbedingungen in den Unternehmen, d. h. ein aktives Fehlermanagementtraining und eine positive Fehlermanagementkultur. Insbesondere sei die Unternehmensleitung gefordert, einen offenen Umgang mit Fehlern vorzuleben.

Ursachen für Fehler seien Unaufmerksamkeit, Zeitdruck, Wissens- und Fähigkeitsdefizite, aber auch Faktoren, die außerhalb des Einflussbereiches der Mitarbeiter lägen. Alle seien aber beeinflussbar und positiv veränderbar.

Am Ende seines Vortrages gab Herr Gartmeier noch einige Tipps, wie das Lernen aus Fehlern im Unternehmen umgesetzt werden könnte. Hierzu müsse u. a. die Angst vor Fehlern reduziert, ein Klima der „Straflosigkeit“ kultiviert, das Fehlerwissen dokumentiert und die Fehlerkommunikation institutionalisiert werden.

In der anschließenden Diskussion wurde die Frage gestellt, warum Mitarbeiter zu wenig über Fehler kommunizieren. Herr Gartmeier erläuterte, dass jeder Mitarbeiter eine so genannte „antizipierte Bilanz“ aufmache, in der der die Vor- und Nachteile, eigene Fehler offenzulegen abwäge. Leider falle die Entscheidung oft negativ aus, so dass die Weitergabe unterbleibe.

Dipl. Päd. Martin Gartmeier
Dipl. Päd. Martin Gartmeier

Fehler kosten Geld! Die Berechnung von Störungskosten / Minderleistungen aufgrund von internen und externen Störungen im Bauablauf

Herr Dr.-Ing. Hermann Kraft, Mitgesellschafter der RKS-Ingenieurgesellschaft, stellte zu Anfang seines Beitrages heraus, dass Störungen nicht allein durch den Auftraggeber (z. B. Planlieferverzug) verursacht würden, sondern auch durch den Auftragnehmer zu vertreten seien. Hier nannte er als Beispiele die Missachtung der Regeln der Technik und eine mangelhafte Arbeitsvorbereitung. In allen Fällen seien aber Minderleistungen des Baustellenpersonals als Folge der Störungen zu verzeichnen. Der Verlust des Einarbeitungseffektes sei hier nur ein Beispiel von zahlreichen Gesichtspunkten, die Produktivitätsverluste in maßgeblicher Höhe verursachen. Hier zitierte Herr Dr. Kraft eine statistische Auswertung, nach der im Bereich Rohbau Störungsmehrkosten in durchschnittlicher Höhe von 18 % bezogen auf die Auftragssumme auftraten.
Anschließend ging Herr Dr. Kraft auf die Problematik bei der Erstellung von Störungsnachträgen ein. Bei seiner Tätigkeit als Sachverständiger müsse er immer wieder feststellen, dass Störungen nicht rechtzeitig erkannt werden, auf sie nicht unmittelbar reagiert werde und sie schließlich auch nicht detailliert genug dokumentiert werden.
Ob der Komplexität der Bauabläufe aber auch der persönlichen Arbeitsüberlassung mache man sich auch über die Folgen der Störungen (z. B. Minderleistungen) oft keine Gedanken. Er empfehle eine zeitnahe Ermittlung und Abrechnung der behinderungsbedingten Termin- und Schadensauswirkungen. Ein Behinderungsnachtrag, der zwei Jahre nach eingetretener Behinderung geltend gemacht werde, sei nicht mehr kontrollierbar und deshalb schwer durchsetzbar.

In der anschließenden Diskussion stellte Herr Dr. Kraft fest, dass Behinderungsnachträge schon seit geraumer Zeit den Hauptteil seiner Tätigkeit als Sachverständiger ausmachen. Es seien keine Lerneffekte auf Auftraggeber- wie Auftragnehmerseite erkennbar, die diese Entwicklung verändern könnten. Festzustellen sei auch, dass die durch den jeweils anderen Vertragspartner (extern) verursachten Behinderungen termin- und kostenmäßig verfolgt werden, dass man aber die selbst (intern) verursachten Störungen nicht weiter beachte. Auch durch intern verursachte Störungen entstünden Produktivitätsverluste mit maßgeblichen Auswirkungen auf Kosten- und Termine.

Dr.-Ing. Hermann Kraft
Dr.-Ing. Hermann Kraft

Störungsmanagement in der Bauwirtschaft

In ihrem Vortrag stellte Frau Dipl.-Ing. (FH) Cornelia Carl die Ergebnisse eines durch die Fachrichtung Bauingenieurwesen der Fachhochschule Erfurt durchgeführtes und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördertes Forschungsprojektes vor. Im Rahmen des Projektes wurde ein Verfahren zur systematischen Erfassung, Bewertung und Analyse von Störungen bei der Planung und Ausführung von Bauprojekten entwickelt und in eine „Datenbank Störungsanalyse“ implementiert. Frau Carl berichtete, dass im Rahmen des Forschungsprojektes bei mehreren Bauunternehmen über längere Zeiträume hinweg Störungen systematisch mit der Datenbank Störungsanalyse aufgenommen wurden. Durch die anschließenden vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten konnten bei den beteiligten Unternehmen Störungsschwerpunkte erkannt und Ansätze zur Verbesserung der Prozesse aufgezeigt werden. Immer wieder habe sich herausgestellt, dass die Anzahl und die Folgekosten von Störungen allgemein unterschätzt werden.

Frau Carl führte weiter aus, dass bei konsequenter Erfassung aller Störungen, d.h. intern sowie extern verursachte Störungen, die Aufzeichnungen auch zur Dokumentation beim Nachtragsmanagement (s. o.) und zur Beurteilung der Nachunternehmer (Störungspotenzial) herangezogen werden können. Letzterem widmete Frau Carl ihren weiteren Vortrag, indem sie Analysewerkzeuge für die Nachunternehmerauswahl vorstellte.

In der anschließenden Diskussion stellte Frau Carl heraus, dass die Datenbank Störungsanalyse sehr gut in ein betriebliches Störungsmanagement integriert werden könne. Durch die Dokumentation von Störungen können diese überhaupt erst verfolgt und gelenkt werden. Schließlich werde die Kommunikation über Störungen gefördert und so künftigen Störungen vorgebeugt. Insofern fördere das Störungsmanagement das Lernen aus Fehlern (s. o).

Dipl.-Ing. (FH) Cornelia Carl
Dipl.-Ing. (FH) Cornelia Carl

III. Beispiele und Anwendungen

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in der Bauwirtschaft – Erfahrungen und Erfolge

Herr Dipl.-Ing. Matthias Krieger stellte in seinem Beitrag das in seiner Bauunternehmung Krieger + Schramm GmbH & Co. KG praktizierte QM-System vor. In diesem stehen die Qualität der Bauleistung, die Organisation der Abläufe und schließlich die Mitarbeiter und die Kunden selbst im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Zahlreiche Auszeichnungen (Thüringer Staatspreis für Qualität, „TOP-JOB-Arbeitgeber“ und „Deutschlands Kundenchampions“) seien Beleg für den Erfolg des Konzeptes auf allen Ebenen.
In das QM-System sei auch ein Kontinuierlicher Verbesserungsprozess KVP integriert, führte Herr Krieger weiter aus. Hier habe jeder Mitarbeiter die Gelegenheit, Ideen für Verbesserungsvorschläge schriftlich zu unterbreiten. Jede Idee werde mit einer Geldprämie belohnt. Die Höhe der Prämie sei davon abhängig, ob die Verbesserungsvorschläge auch umgesetzt werden und nachhaltig wirksam seien. Die Anzahl der Verbesserungsvorschläge habe im letzten Jahr erfreulich zugenommen. Als Beispiel nannte Herr Krieger den Ersatz von Schalungen für Stahlbetonunterzüge durch Hohlwände in Fertigteilen. Durch diesen Verbesserungsvorschlag konnten nicht nur Kosten, sonder auch Bauzeit eingespart werden.

Auf Nachfrage erläuterte Herr Krieger, dass Verbesserungsvorschläge in seinem Hause sowohl von dem gewerblichen wie auch dem angestellten Personal kämen. In der weiteren Diskussion wurde deutlich, dass Herr Krieger mit seinem betrieblichen Vorschlagswesen einen der Ansätze von Herrn Gartmeier (s. o.) aufgreift. Wenn jeder Mitarbeiter das Gefühl habe, etwas verändern zu können, sei eine der Voraussetzungen erfüllt, aus Fehlern zu lernen.

Dipl.-Ing. Matthias Krieger
Dipl.-Ing. Matthias Krieger

Permanente Schwachstellenanalyse für bauliche Anlagen bei der Deutschen Bahn AG

Herr Dipl.-Ing. Holger Koriath berichtete in seinem Beitrag über das QM-System bei der Deutschen Bahn AG. Oberstes Ziel sei die Pünktlichkeit, hierzu müssen Fahrzeuge und Fahrwege jederzeit verfügbar sein. Aufgabe seiner Abteilung sei in diesem Zusammenhang das kontinuierliche Infrastrukturmonitoring, welches die Permanente Systemanalyse (PSSA) beinhalte. Ziel der PSSA sei, Kenntnisse über den Zustand der Infrastruktur durch systematische Fehlererfassung und Analyse zu erhalten. Die Ableitung und Umsetzung von Gegenmaßnahmen helfe zunächst, durch präventive Fehlervermeidung Kosten zu senken und die Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Infrastruktur zu verbessern. Durch die Sicherstellung des Rückflusses der Erfahrungen aus dem Betrieb und der Instandhaltung in den Neubau der Infrastruktur werde der Wissenskreislauf schließlich geschlossen und so der Input für Weiterentwicklungen und Innovationen bereitgestellt (KVP).
Herr Koriath erläuterte anschließend den Bearbeitungsstand seines Projektes. Anhand des Beispieles Fahrwege habe man die Datenlage soweit aufbereitet und strukturiert, dass sie der Anwendung in der PSSA zugeführt werden könne. Als Ergebnis konnten Kataloge für Schadbilder und Ursachen abgeleitet werden.

Schließlich erläuterte Herr Koriath die Arbeit des Arbeitskreises Qualität. Hier träfen sich turnusgemäß Vertreter der Deutschen Bahn AG und der Bauindustrie. Ziel sei es, gemeinsame Themen zu erörtern und zu identifizieren, die der Erhöhung der Qualität von Planung, Bau und Betrieb dienen. Hier werde bereits einer Forderung im Leitbild Bau (s. o.) entsprochen, nämlich die Zusammenarbeit in der Branche zu verbessern.

In der Diskussion wurde seitens der Teilnehmer erfreulich aufgenommen, dass durch die gerade geschilderten Ansätze der Deutschen Bahn AG der Lebenszykluskostenansatz (LCC) mehr in den Vordergrund trete. Dieser könne dabei helfen, künftig statt des Preises die Qualität der Bauleistung mehr in den Vordergrund rücken zu lassen. Die Deutsche Bahn AG könne da als bedeutendster Bauherr eine Vorbildfunktion einnehmen.

Dipl.-Ing. Holger Koriath
Dipl.-Ing. Holger Koriath

Fehlerkultur: Die Bedeutung der Fehlerkultur und ihre Auswirkungen auf das betriebliche Fehlermanagement

Frau Mag. Elke M. Schüttelkopf MSc MBA, Fehlerkulturexpertin aus Wien, konstatiert in ihrem Beitrag, dass jedes Unternehmen eine Fehlerkultur habe. Diese bezeichne die Art und Weise, wie eine Organisation mit Fehlern, Fehlerrisiken und Fehlerfolgen umgehe. Sie beruhe auf den drei Säulen: den Werten und Normen (Wollen), den Kompetenzen (Können) und dem Instrumentarium (Dürfen). Sie gebe letztendlich vor, welches Verhalten erwünscht und welches unerwünscht sei.
Eine destruktive Fehlerkultur werde durch Fehlervertuschung, Fehlerketten und Fehlerhäufungen, aber auch durch Angst, Verunsicherung und Ignoranz charakterisiert. Die Suche nach Schuldigen und die Bestrafung von Sündenböcken seien dafür typisch. Eine konstruktive Fehlerkultur hingegen unterstütze die Bearbeitung von Fehlern, sie ermögliche Lern- und Verbesserungsprozesse.
Im Weiteren ging Frau Schüttelkopf auf die Wechselwirkung zwischen Fehlermanagement und Fehlerkultur ein. Das beste Fehlermanagement bliebe wirkungslos, wenn es nicht auf einer produktiven Fehlerkultur beruhe. Die Kunst sei nicht, keinen Fehler zu machen, sondern professionell mit Fehlern umzugehen.

In der anschließenden Aussprache ging Frau Schüttelkopf auch auf Kostenaspekte ein. Ein professionelles Fehlermanagement beinhalte ein nicht unerhebliches Kosteneinsparpotenzial. Deutlich werde das auch an der so genannten Zehnerregel. Danach steigen die Fehlerkosten, je später ein Fehler entdeckt und behoben werde.

Mag. Elke M. Schüttelkopf MSc MBA
Mag. Elke M. Schüttelkopf MSc MBA